StoryGraph vs Goodreads vs Readistry: Welcher Lesetracker passt zu dir?
Ein klarer, ehrlicher Vergleich von StoryGraph, Goodreads und Readistry — wofür jeder gebaut ist, wo jeder schwächelt und wie du den Lesetracker findest, der zu deinem Lesen passt.
Diese drei Apps werden viel verglichen, was ein wenig komisch ist, denn sie versuchen gar nicht, dasselbe zu sein. Goodreads ist ein soziales Verzeichnis. StoryGraph ist eine Statistik- und Entdeckungsmaschine. Readistry ist ein privates Tagebuch. Stell sie nebeneinander, und die Frage lautet nicht „welche ist die beste” — sondern „welche ist für die Art gebaut, wie du liest”.
Hier ein ehrlicher Überblick über alle drei, von den Leuten, die eine davon gemacht haben.
Goodreads: das soziale Verzeichnis
Goodreads ist der Platzhirsch, und das Platzhirschsein hat seine Vorzüge. Der Katalog ist riesig, fast jedes Buch ist schon drin, und fast jeder, den du kennst, hat ein Konto. Ist dein Leseleben sozial — willst du Rezensionen, die Regale von Freunden und die jährliche Reading Challenge, die Bücher zu einer Zahl zählt —, macht Goodreads das noch immer, kostenlos.
Die Kompromisse sind inzwischen bekannt. Es gehört Amazon, also lehnt sich die Entdeckung ins Kommerzielle. Die Oberfläche ist in die Jahre gekommen. Und es trackt Lesen in der niedrigsten Auflösung: Ein Buch ist entweder ungelesen, lese ich gerade oder gelesen. Kein Begriff von einer Sitzung, einer Seitenzahl für den Tag oder davon, wie lange du wirklich gebraucht hast.
Nimm Goodreads, wenn: du den größten Katalog und einen sozialen Feed willst und es dir egal ist, wem es gehört.
StoryGraph: die Statistikmaschine
StoryGraph ist das, was die meisten meinen, wenn sie „die gute Goodreads-Alternative” sagen. Sie ist unabhängig, importiert deine Goodreads-Historie und ist bei Daten echt besser: Stimmungs-Tags, Tempo, Seitenaufschlüsselungen, Inhaltswarnungen, Halbe-Sterne-Bewertungen und Empfehlungen, die sich nach dir anfühlen statt nach einem Lager.
Eine soziale Seite bleibt — Challenges, Buddy Reads, eine Community —, aber du kannst dich so leicht darauf stützen, wie du magst. Es gibt eine Gratis-Stufe, und ein Plus-Abo schaltet die tiefsten Statistiken und die aktuellsten Funktionen frei. Ins Deutsche ist sie nur teilweise übersetzt.
Nimm StoryGraph, wenn: du Diagramme liebst, durchdachte Empfehlungen willst und etwas Community ohne den vollen Feed magst.
Readistry: das private Tagebuch
Readistry beginnt am entgegengesetzten Ende. Kein Feed, keine Freundesliste, kein öffentliches Profil — nicht „Privatsphäre-Einstellungen, die du anschalten kannst”, sondern gar keine soziale Ebene. Deine Bibliothek gehört dir, Punkt.
Was es stattdessen tut, ist den Akt des Lesens zu erfassen. Du trägst eine Sitzung ein, indem du die gelesenen Seiten angibst — sagen wir 112 bis 147 — und optional die Minuten. Dein Fortschritt aktualisiert sich, deine Streak tickt weiter, und deine Statistik baut sich leise im Hintergrund auf: Seiten pro Tag, Stunden, Bücher zu einem sanften Jahresziel. Im Dezember schreibt es dir einen Jahresrückblick zum Ausdrucken. Es empfiehlt dir nicht das nächste Buch, mit Absicht — dafür sind Buchhandlungen und Bibliotheken da.
Die Gratis-Stufe trackt drei Bücher, für immer. Premium kostet 1,99 €/Monat für unbegrenzt Bücher, ausführlichere Statistiken, Hörbuch- und Wiederlesungs-Tracking und den Rückblick.
Nimm Readistry, wenn: du dein Lesen privat und einfach festhalten willst und das Soziale ohnehin nie der Punkt war.
Nebeneinander
| Goodreads | StoryGraph | Readistry | |
|---|---|---|---|
| Gehört | Amazon | Unabhängig | Unabhängig |
| Social Feed | Ja | Leicht | Keiner |
| Trackt Sitzungen (Seiten/Zeit) | Nein | Nein | Ja |
| Statistiktiefe | Einfach | Tief | Fokussiert |
| Empfehlungen | Ja (kommerziell) | Ja (persönlich) | Keine, mit Absicht |
| Privat by default | Nein | Teilweise | Ja |
| Importiert aus Goodreads | — | Ja | Ja |
| Gratis-Stufe | Ja | Ja | Ja (3 Bücher) |
| Bezahlstufe | — | Plus | 1,99 €/Monat |
Sie schließen sich nicht aus
Viele Leser behalten zwei davon. Es ist verbreitet, Goodreads oder StoryGraph für Entdeckung und Rezensionen zu nutzen — das nächste Buch finden, sehen, was Freunde denken — und ein privates Tagebuch wie Readistry fürs eigentliche Tracken, wo du lieber nichts vorführst. Nichts hindert dich daran, deine Bibliothek zu exportieren und in beidem einen Fuß zu behalten.
Willst du lieber zusammenführen, wähl nach deinem dominanten Modus:
- Du liest sozial. Rezensionen und Freunde sind die halbe Freude → Goodreads, oder Hardcover, wenn du dieselbe Wärme ohne Amazon willst.
- Du liest analytisch. Du willst deinen Geschmack und deine Gewohnheiten verstehen → StoryGraph.
- Du liest privat. Du willst einen leisen Eintrag und eine Streak, und nichts, das zusieht → Readistry.
Eine Sache zum Wechseln
Die gute Nachricht: Nichts davon sperrt dich ein. Goodreads exportiert deine ganze Bibliothek als CSV, und sowohl StoryGraph als auch Readistry importieren sie. Wenn du an einen Umzug denkst, führt dich unsere Anleitung zum Export deiner Goodreads-Bibliothek hindurch, und unser breiterer Überblick über Goodreads-Alternativen deckt auch Hardcover, Bookly, READO und Bookstats ab.
Der richtige Lesetracker ist der, der in deinem Lesen verschwindet, statt mit ihm zu konkurrieren. Für die einen ist das eine lebendige Community; für die anderen eine leise Schublade, die niemand sonst öffnen kann. Beides sind gute Arten zu lesen — nur eben verschiedene.
Readistry kommt bald auf iOS und Android. Trag deine E-Mail ein, und wir schicken eine einzige Nachricht zum Start — kein Newsletter, kein Spam.